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Pädagogische Konferenzen

Pädagogische Beratungskonferenzen Alle Lehrerinnen und Lehrer fördern in ihren Unterrichtsfächern Selbständigkeit und die Be-reitschaft zur Übernahme von Verantwortung und leisten damit einen Beitrag zu einer umfas-senden Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler. Damit dies gelingt, ist es unablässig, dass ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch der Kollegen zu den Schülerinnen und Schülern stattfindet, um Entwicklungen positiv beeinflussen, Defizite besei-tigen und adäquate Beratungsangebote geben zu können. Erzieherisches Wirken soll daher nicht dem Zufall informeller Gespräche in einer Pause über-lassen werden, sondern durch die regelmäßige Durchführung von pädagogischen Beratungs-konferenzen unterstützt werden, die für jede Klasse zweimal im Schuljahr - jeweils in der Hälfte eines jeden Halbjahres - stattfinden. Ausgangspunkt einer jeden Beratung ist eine genaue Situationsanalyse seitens der Klassenlei-tung(en). Aus dem Zusammenwirken und den unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrneh-mungsmustern verschiedener Kolleginnen und Kollegen in einer Klasse ergibt sich ein diffe-renziertes und treffendes Bild der Wirklichkeit. Ausgangspunkt für diese Situationsanalyse sind folgende Fragen, die nicht „abgearbeitet“ werden sollen, sondern den Blick für die vielen Facetten des Beobachtbaren öffnen. Jede Klassenleitung sollte die Aspekte berücksichtigen, die für ihre Klasse wichtig sind. Im Bedarfsfall kann auch der einzelne Schüler in den Blick genommen werden.

Fragen zur Analyse der Klassensituation Interaktions- und Sozialverhalten o Erleben wir die Klasse als soziale Gemeinschaft oder als Ansammlung (rivalisieren-der) Cliquen und Außenseiter? Wie können wir darauf Einfluss nehmen? o Wie erleben wir das Kommunikations- und Interaktionsverhalten zwischen den Schü-lerinnen und Schülern? o Wie können wir dieses Verhalten gezielt verbessern? o Wie verhalten sich die Schüler angesichts sozialer Probleme? o Wie sind SuS mit Förderbedarf integriert? Welche Probleme gibt es? Wie erfolgt eine Rückmeldung an diese Kinder? o Welche Schüler/innen heben sich positiv im Sinne eines Engagements für die Klas-se/Schule heraus? (Klassensprecher, Klassenbuchführer, Streitschlichter etc.) o Wie ist es um die Pünktlichkeit der Schülerinnen und Schüler bestellt? o Wie können wir dies ggf. verbessern?


Unterrichtsverfahren und –methoden o Was kennzeichnet das Schülerverhalten in verschiedenen Unterrichtsformen? o Welche Sitzordnung liegt vor? Hat sich diese bewährt, müssen wir sie ggf. verändern? o Wo haben die meisten unserer Schüler/innen besondere Schwierigkeiten? Was können wir tun? o Wie ist es um die Selbständigkeit bezüglich der Problemerfassung, der Strategie von Arbeitsschritten oder des Umgangs mit Unterrichtsmaterialien bestellt? o Wie können wir die Schülerselbständigkeit – auch im Blick auf die Entwicklung von Selbstbeurteilungskompetenz – verbessern? o Wie stark müssen wir die Klasse (noch) führen oder in welchem Umfang können wir ihr Freiräume eröffnen? o Wo, wann und wie können wir fächerverbindende und –übergreifende Vorhaben um-setzen? o Wie können wir eine Verdichtung von Klassenarbeiten und anderen Überprüfungen vermeiden (also angemessene Verteilung über das Halbjahr)?

Leistungsfähigkeit und –bereitschaft

o Erleben wir die Klasse insgesamt als eher leistungswillig und –fähig? o Erleben wir die Klasse als eher leistungshomogen oder als eher -heterogen? o Ist der obere oder der untere Leistungsbereich nach unserer Einschätzung stärker ver-treten? o Wie sollten wir darauf didaktisch und methodisch zielorientiert reagieren? o Wie erleben wir das Lern- und Arbeitsverhalten in klassenübergreifenden Lerngrup-pen? o Welche Konsequenzen ziehen wir daraus für den weiteren Unterricht, z.B. bezüglich einer möglichen Schwerpunktsetzung im Hinblick auf Inhalte, Methoden, Gruppen-verhalten? o Besteht die Notwendigkeit verstärkter Übungs- und Wiederholungsphasen? Können wir diese in den normalen Unterricht / in die Lernzeit integrieren? Welche Maßnah-men innerer Differenzierung halten wir für möglich/notwendig? o Welche Beratungen und Hilfsangebote bieten wir den Schülerinnen oder Schülern mit sehr schwachen Leistungen an? o Welche Fördermöglichkeiten sehen wir für leistungsfähige / leistungsschwache Schü-lerinnen und Schüler? Wie können wir diese Fördermöglichkeiten umsetzen?

Arbeits- und Lernzeitverhalten

o Worin äußert sich ein bestimmtes Arbeitsverhalten? (positiv wie negativ)? o Welche Arbeitstechniken beherrschen die Schüler gut, welche noch nicht? o Wie werden Lernaufgaben erteilt (Wochenpläne, regelmäßige Aufgaben, …)? Wird besprochen und kontrolliert? Erfolgt eine Rückmeldung? Wie? Fertigen unsere Schü-ler diese Aufgaben gewissenhaft an? o Welche konkreten Maßnahmen zur Verbesserung sollten wir vereinbaren? o Welche gemeinsamen Schritte können wir generell verabreden, um Defizite zu besei-tigen? Wie können wir das Ergebnis dieses gemeinsamen Vorgehens überprüfen?

Elternkontakte o Wo, wann und wie informieren wir die Eltern über die Situation der Klasse? o Wie ernsthaft und konsequent nehmen Eltern Beratungen an? o Welche Fördermaßnahmen können wir schwächeren Schüler/innen anbieten, damit sie Lernrückstände aufholen? o Welchen Schüler/innen sollten wir, etwa aufgrund eines abrupten Leistungseinbruchs eine zeitlich befristete, zielorientierte Nachhilfe empfehlen? Welchen Wunsch habe ich als Klassenleitung an die Klassenkonferenz, die Schulleitung?

Warum pädagogische Konferenzen? Pädagogische Klassenkonferenzen können an unserer Schule schülerbezogene und effiziente Antworten auf das „Rahmenkonzept Qualitätsmanagement“ geben. Pädagogische Klassenkonferenzen sind eine gute Organisationsform, um eine lerngruppenspezi-fische Analyse (Stärken und Schwächen) vorzunehmen, im Konsens konkrete Ziele und Schritte zur Qualitätssicherung und –verbesserung zu vereinbaren und zu verbindlichen und evaluierba-ren Absprachen zu gelangen. Eine verbesserte Kommunikation und Kooperation auf Klassenebe-ne kann somit auch zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen beitragen. Daher erweisen sich pädagogische Konferenzen als unverzichtbare Beratungs- und Beschlussinstitutionen. Mögliches Vorgehen: Jede pädagogische Konferenz sollte ca. 20 Minuten dauern. Die Klassenleitung/en stellen zu-nächst (nach vorheriger Rücksprache mit den Fachkollegen) – orientiert an obigem „Fahrplan“ – eine Diagnose der Klasse vor (5 Min.). Resümierend werden dann maximal drei konkrete Ziele vorgeschlagen. Diese bespricht anschließend die Konferenz und einigt sich auf zwei bis drei konkrete Zielvereinbarungen. Wünschenswert dabei: Wie und wann wollen wir den Erfolg der Zielvereinbarungen überprüfen? Zielvereinbarungen beziehen sich auf pädagogische oder fächerübergreifend-methodische oder fächerübergreifend-inhaltliche Maßnahmen. Sie können sich aus der Diagnose der Schwächen der Klasse, aber auch der Stärken ergeben und haben auch die Aufgabe, die Ziele des schulischen Qualitätsprogramms mit zu befördern. Die Zielvereinbarungen müssen im Protokoll zur jeweiligen pädagogischen Konferenz dokumen-tiert werden; sie sollten mit der Klasse besprochen und in der Klasse publiziert werden, z.B. im Klassenbuch.


Odenthal, den 28.10.19