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Genderarbeit

... GENDER MAINSTREAM KONZEPT

BEGRIFFSKLÄRUNG

Der Begriff Gender stammt aus dem englischen Sprachraum und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Mädchen und Jungen bzw. von Frauen und Männern. Da diese Geschlechterrollen – im Gegensatz zu den biologischen – auf dem Wege der Sozialisation erlernt werden, sind sie jederzeit beeinflussbar und veränderbar. Mainstreaming ist ebenfalls ein englischer Begriff und bedeutet so viel wie das Einbringen in den Hauptstrom. Gender Mainstream hat das Ziel, die Gleichstellung von Mädchen und Jungen, von Frauen und Männern im Sinne der Chancengleichheit in allen Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen zu erreichen.


GENDER MAINSTREAM IN DER SCHULE

Aufgabe der Schule ist es daher, die Genderperspektive in allen Bereichen des Unterrichts und des Schullebens zu berücksichtigen. Für unseren Schulalltag bedeutet dies, dass wir uns bei unseren Planungen und Entscheidungen immer wieder die unterschiedlichen Bedürfnisse beider Geschlechter bewusstmachen, um eventuell bestehende geschlechtsspezifische Nachteile für Jungen und Mädchen identifizieren und beseitigen zu können. Auf diesem Weg ist es möglich, die individuellen Interessen und besonderen Begabungen von Jungen und Mädchen noch mehr zu fördern und somit das Selbstbewusstsein eines jeden Kindes zu stärken.


GENDER MAINSTREAM AN DER SCHULE DER BEGEGNUNG

Schon seit vielen Jahren ist uns die gleichwertige Behandlung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Jungen und Mädchen in unserem Schulalltag ein Anliegen. Als Zukunftsschule NRW legen wir ein besonderes Augenmerk auf das Fördern und Fordern der individuellen Talente unserer Schülerinnen und Schüler. Im Folgenden sind einige unserer Ideen und Aktionen aufgeführt, bei denen erkennbar wird, dass wir die Genderperspektive im Blick haben und in unserem Schulleben realisieren.

Leitsatz

Wir wollen die Einzigartigkeit und Individualität aller inihrer Verschiedenheit gleich wertschätzen, fördern und dabei helfen, tradierte Rollenerwartungen aufzubrechen und Benachteiligungen zu beseitigen.


Ausgangslage an unserer Schule WEIBLICH MÄNNLICH
Schülerinnen und Schüler 208 210
Lehrkräfte 21 12
Außerunterrichtliches Personal 3 3

Rechtsgrundlagen:

  • Das Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern für das Land NRW – Landesgleichstellungsgesetz LGG) 09.11.1999
  • Schulentwicklungsgesetz, Artikel 1, Absatz 3
  • Schulgesetz NRW, §2, Absatz 6: „(Die Schule) achtet den Grundsatz der Gleichberechtigung der Geschlechter und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen (AfG): Frau Baier

Der Tätigkeitsbereich der AfG besteht aus:

  • stimmberechtigtes Mitglied der Auswahlkommission in Einstellungsverfahren (schulscharf…)
  • Beratung und Unterstützung der Schulleitung zur Realisierung des Gleichstellungsauftrags
  • Beratung und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in Fragen der Gleichstellung (z.B. Einsatz von Teilzeitbeschäftigten, Rückkehr aus Beurlaubung)
  • Vermittlung bei Konflikten in Fragen der Gleichstellung (auf Wunsch der Betroffenen)
  • Impulsgebung für gleichstellungsrelevante Aspekte von Unterricht und Schulleben

2. Handlungsebenen, -felder und -themen

Die nachfolgende Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

2.1 Lehren und Lernen – Unterricht

  • Schulinterne Lehrpläne tragen zur Beseitigung jeder stereotypen Auffassung in Bezug auf die Rolle von Mann und Frau bei (wie im UN-Abkommen „CEDAW“, 10C gefordert).
  • Lehrmittel/Schulbücher fördern kein diskriminierendes Verständnis (§ 30 Schulgesetz NRW)
  • Didaktik, Methodenwahl, Themenwahl, Schwerpunktsetzung (Deutsch / Mathematik / Sport / Sexualkunde…)
  • Lernvoraussetzungen, unterschiedliche Zugangsweisen, Strategien, Problemlöseverhalten
  • Rollenselbstreflexion der Lehrkräfte (Rollenvorbilder für „typisch weiblich“ oder „typisch männlich“)

Kritisches Hinterfragen des eigenen Verhaltens:

  • Wie reagiere ich auf Störungen: Lasse ich bei Jungen mehr durchgehen als bei Mädchen oder umgekehrt / erwarte oder verstärke ich klischeebesetztes Verhalten?
  • Lobe ich ausgewogen originelle Einfälle, Ordnung, gute Leistung, freundliches Verhalten bzw. tadele/kommentiere ich negativ?
  • Wie gehe ich mit Körperkontakt um?
  • Achte ich auf gleichmäßige Redeanteile von Jungen und Mädchen (z.B. Meldekette)?
  • Gibt es Unterricht / Unterrichtsbereiche in denen geschlechts-getrennter Unterricht stattfindet (z.B. Sexualkunde)?
  • Nutze ich Rollenspiele bzw. insbesondere Rollentausch zur Sensibilisierung von Geschlechterrollen?
  • Ist die Sitzordnung (eher) geschlechtshomogen oder heterogen?
  • Achte ich auf Geschlechterrollen bei der Verteilung der Klassendienste?

2.2 Zielsetzungen einer geschlechtersensiblen Pädagogik Jungenspezifische Zielsetzungen:

  • Schaffung von Angeboten, die einer Vielfalt männlicher Identifikationsmöglichkeiten entsprechen
  • Entwicklung von Selbstsicherheit in der Auseinandersetzung mit traditionellen Männlichkeitsmustern
  • Sensibilisierung eigener Unsicherheiten
  • Vermittlung der Gewissheit, dass weiches, zurückhaltendes und emotionales Verhalten wertgeschätzt wird

Mädchenspezifische Zielsetzungen:

  • Stärkung des Selbstwertgefühls von Mädchen
  • Anerkennung der kommunikativen und beziehungsorientierten Kompetenzen
  • Entwicklung von Selbstsicherheit in der Auseinandersetzung mit den erfahrenen Widersprüchen und Ambivalenzen
  • Anerkennung der intellektuellen Fähigkeiten, insbesondere in mädchenuntypischen Feldern

2.3 Schulkultur

  • geschlechtergerechte Sprache
  • Pausenhofgestaltung (Auf unserem Schulhof gibt es sowohl Spielgeräte, die eher von Jungen als auch eher von Mädchen bevorzugt werden. Ebenso verhält es sich mit den Kleingeräten in der Aktiven Pause.)
  • Präsenzbibliothek (Sie enthält neben erzählenden Werken der Kinderliteratur auch Sachbücher, Filme, Spiele, etc.)
  • Kunstraum/Technikraum (Außer Material zum Malen und Basteln findet man auch Werkzeug zur Holz- und Metallbearbeitung.)
  • Umgang mit Konflikten: Streitschlichtung, Klassenrat (eine Stunde pro Woche) und zzgl. Soziales Lernen in Jahrgangsstufe 5

2.4 Schulleitung

  • Klassenzusammensetzung
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Teilzeitkräfte)

2.5 Qualitätsentwicklung

  • Verankerung im Schulprogramm

2.6 Evaluation

  • Mögliche Evaluationsfelder:
  • Wiederholungsquoten Jungen / Mädchen
  • Quote Wechsel in die Förderschule Jungen / Mädchen
  • ADHS – Zahlen per Gender
  • Lernstand – Auswertung – auch Gender
  • Auffälligkeiten korrelieren zu Gender