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Beratung


Stand: November 2019


Beratungskonzept


Beratung ist der Versuch, sich unterschiedliche Problemlösungs- und Gestaltungsressourcen zunutze zu machen. Jeder Mensch besitzt Stärken und Ressourcen, die es zu finden gilt, um bestehende Probleme lösen zu können.

1 Allgemeine Grundsätze der Beratung an der Realschule Odenthal

Die Ganztagsrealschule Odenthal ist mit ihren 418 SchülerInnen und 33 Lehrkräften eine Bildungseinrichtung in einem Schulzentrum, den sie sich mit dem Gymnasium teilt. Die Realschule umfasst mittlerweile die Jahrgänge 5 -10. An drei Langtagen in der Woche sind die SchülerInnen bis 15.00 Uhr in der Schule Dieses Beratungskonzept ist integrierter Bestandteil des Schulprogramms. Es enthält Zielvereinbarungen und Verfahrensabsprachen und gibt Auskunft über die Nutzung der unterschiedlichen pädagogischen, psychologischen und sozialen Beratungsangebote innerhalb und außerhalb der Schule (s.u.). Die Ziele in einer Beratungssituation können so verschieden sein, wie die Menschen, die ihre Beratungswünsche vortragen. Nicht nur Schüler und deren Eltern, sondern auch Lehrer, können das Beratungsangebot nutzen. Wesentliches Ziel aller Beratungsbemühungen ist zunächst, Ratsuchende so umfänglich wie erforderlich und so individuell wie möglich zu informieren. Bei der Beratung von Schülern*innen und Eltern werden mittels gezielter Gesprächsführung Entscheidungshilfen, realistische Lösungsalternativen oder Empfehlungen angestrebt. Kontaktvermittlung und Adressen für weitere professionelle Unterstützung gehören ebenfalls dazu. Leitend für jede Beratung sollte die grundlegende Annahme sein, dass jeder Mensch die Fähigkeit zur Problemlösung in sich trägt. Wichtig ist, dass das was „funktioniert“ ausgebaut werden soll. Aufgabe der Berater ist es insbesondere, dem Ratsuchenden bei der Suche nach dem passenden Schlüssel für sein verriegeltes

Schloss behilflich zu sein. Oberstes Ziel dieser Lösungsorientierung soll die Selbstverwaltung des Klienten sein, um agieren und nicht nur reagieren zu können. Die Beratung ist abhängig von einem vertrauensvoll-offenen und respektvoll-toleranten Umgang miteinander. Grundlage der Beratung ist der Beratungserlass vom 01.08.2017, sowie §44, 1 des Schulgesetzes vom 01.07.2012. Ratsuchende können das Angebot der Beratung freiwillig wahrnehmen. Die Beratung ist kostenlos und wird i. d. R. zu festgelegten Zeiten durchgeführt. Jede Beratung erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen. Die Beratungslehrerin unterliegt der Schweigepflicht, d.h., die Beratungsgespräche und ihre Ergebnisse werden vertraulich behandelt und dürfen nur mit Einwilligung der Ratsuchenden an Dritte weitergegeben werden. Hinweise auf eine akute Selbst- und Fremdgefährdung stellen eine Ausnahme dar (s. Beratungserlass vom 01.08.2017, §5).

2 Beratung an unserer Schule Wer berät? Grundsätzlich nehmen alle LehrerInnen und die Schulleitung die an sie von Schülern bzw. Eltern herangetragenen Beratungsaufgaben wahr (s. ADO §9, Abs.1). Beratungslehrerin ist Angela Baier (zurzeit nimmt sie am Zertifikatskurs für BeratungsLehrerInnen der Bezirksregierung Köln teil), die sich als Teil eines umfassenden und tragfähigen Beratungsnetzwerkes für Ratsuchende in der Schule sieht. Dieses umfasst neben der Beratungslehrerin die KlassenLehrerInnen, die FachLehrerInnen, die SV-LehrerInnen, die für Berufsorientierung zuständigen KollegenInnen und die Schulleitung. Ergänzt werden diese Beratungsangebote von Schülerseite durch die StreitschlichterInnen. Dem im Beratungserlass vom 1.8.2017, §1 Abs.2 formulierten Grundsatz, dass schulische Beratung mit „dem Ziel einer möglichst erfolgreichen und bruchlosen Bildungsbiografie der Schülerinnen und Schüler“ dafür Sorge trägt, „Kinder und Jugendliche und ihre Familien im Hinblick auf Bildung, Erziehung und individuelle Förderung möglichst früh (zu unterstützen)“ und „eine Präventionskette (entstehen zu lassen), die sich am Lebensweg eines Kindes orientiert“ wird damit Rechnung getragen. Das Beratungsangebot der Beratungslehrerin ist nicht als Konkurrenzangebot zu verstehen, sondern es dient der professionalisierten Ergänzung der von den übrigen Teilen des Beratungsnetzwerkes geleisteten Beratung für SchülerInnen und Eltern und der Entlastung der hier involvierten LehrerInnen.


Wo und wann wird beraten? Die Beratungslehrerin steht während oder außerhalb der Unterrichtsstunden und in den Pausen für Beratungsgespräche zur Verfügung. Für die Zukunft ist angedacht, einen geeigneten Raum für die Realschule einzurichten. Zurzeit findet die Beratung in unterschiedlichen Räumen, die unter anderem mit dem Gymnasium geteilt werden, statt.

2 Anlässe für Beratungen

Gründe, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, sind zahlreich. Konkrete Anlässe sind etwa: • Konflikte innerhalb der Klasse • Persönliche Konflikte im Familien- oder Freundeskreis • Prüfungsängste • Schulangst • Mobbing/Gewalt • Erziehungsfragen • Lernstörungen • Mangelndes Arbeits- und Sozialverhalten • Akute Krisensituationen (z.B. Todesfälle im nahen Umfeld oder eine schwere Erkrankung eines Familienmitgliedes) • Suchtprobleme • Soziale Probleme

3 Vernetzung 3.1 Innerschulische Vernetzung

• Zusammenarbeit mit der SV • Zusammenarbeit mit dem Krisenteam (in der Gründungsphase) • Zusammenarbeit mit dem Streitschlichtungsteam und den Beratungslehrern des Gymnasiums • Unterstützung bei der Kontaktaufnahme durch die Schulverwaltung, jedoch auch durch den persönlichen Kontakt mit Kolleginnen und Kollegen


3.2 Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen

Die Beratungslehrerin übernimmt keine Fachberatung und Therapie (z.B. Drogenberatung, Beratung bei sexuellen, körperlichen oder seelischem Missbrauch, Sektenzugehörigkeit, Essstörungen, spezifischen psychiatrisch relevanten Problemen etc.), sondern sie stellt in solchen Fällen Kontakte zu Fachberatungsstellen her bzw. begleitet die Ratsuchenden zu diesen Fachberatungsstellen. Diese enge Zusammenarbeit ist laut Beratungserlass, §1 Abs. 3 zentrale Grundlage. Folgende Institutionen können zur Hilfe herangezogen werden: • Jugendhilfe/Jugendamt • Katholische Erziehungsberatungsstelle in Bergisch Gladbach • Polizei • Kinderschutzbund • Mädchenzentrum • Schulpsychologischer Dienst in Bergisch Gladbach • Therapeuten • pro familia • „Die gute Hand“ – Diagnostisch-heilpädagogische Ambulanz 3.3 Evaluation und Supervision

• Supervisionen werden von verschieden Einrichtungen z.B. der katholischen Abteilung für Schulpastoral angeboten.

3.4 Interne gegenseitige Beratung der Lehrkräfte nach Bedarf

• durch Beratungslehrerkräfte • Besprechungstermine mit dem Schulpsychologischen Dienst des Rheinisch Bergischen Kreises • durch die Fachkonferenzleiter/innen • durch Sonderpädagogen • durch die Schulleitung (auch nach Personalentwicklungsgesprächen) • bei Klassenkonferenzen und Dienstbesprechungen • auf dem „kleinen“ Dienstweg durch intensiven Austausch der Lehrkräfte untereinander • nach kollegialen Hospitationen